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2. Mai – der Tag der Polnischen FlaggeSeit 2004 ist der 2. Mai Tag der Polnischen Flagge. Zwar handelt es sich nicht um ...
02/05/2021

2. Mai – der Tag der Polnischen Flagge

Seit 2004 ist der 2. Mai Tag der Polnischen Flagge. Zwar handelt es sich nicht um einen gesetzlichen, arbeitsfreien Feiertag, da er aber genau zwischen zwei solchen liegt (1. Mai – Tag der Arbeit und 3. Mai – Tag der Verfassung) wird der 2. Mai häufig als Brückentag bzw. Teil eines „verlängerten Wochenendes“ genutzt. Zu diesen freien Tagen am Beginn des Wonnemonats sagt man im Polnischen auch majówka. Doch warum ausgerechnet Tag der Flagge? Die Suche nach einer Antwort kann gut als Anlass dazu genutzt werden, sich die Geschichte dieses Nationalsymbols mal etwas näher anzuschauen - und dabei gleich noch zu klären, was es mit Berlin zu tun hat.

Die Nationalfarben Weiß und Rot gehen zurück auf das polnische Staatswappen, den weißen Adler auf rotem Hintergrund, dessen Geschichte mehr als 750 Jahre in die Vergangenheit reicht. Die erstmalige Verwendung als Staatswappen ist für das Jahr 1295 im Majestätssiegel von Herzog Przemysł II. belegt, der Adler tauchte aber bereits früher als Wappenbild der Piasten-Dynastie auf. Manche Fachleute wollen ihn sogar schon auf den durch den ersten polnischen König Bolesław I. Chrobry (992 – 1025) gemünzten Denaren erkannt haben, viele andere aber meinen, dass dort ein anderer Vogel zu sehen ist und kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen diesem und dem späteren Staatswappen besteht. Einer schon im Mittelalter bekannten Sage nach soll der legendäre Begründer des Polanen-Reiches (die Polanen waren ein früher slawischer Stamm, der auf dem Gebiet des heutigen Westpolens lebte) L**h bei einer abendlichen Rast in der Nähe vom heutigen Posen einen großen Adler in einer Baumkrone erblickt haben. Das Bild des stolzen, hellen Vogels in den roten Strahlen der untergehenden Sonne beeindruckte ihn so sehr, dass er beschloss, an diesem Ort den Grundstein für sein späteres Reich zu legen.

Auch wenn sich Gestaltungsdetails über die Jahre leicht änderten, ist das Grundbild des nach heraldisch rechts (also vom Betrachter aus links) blickenden und gekrönten Adlers (ein solches, ebenfalls schon seit dem Mittelalter belegtes, Wappen verwendet übrigens auch die deutsche Stadt Frankfurt am Main) seit dem Siegel Przemysł II. weitgehend gleich geblieben. Das exakte Design des heute überall verwendeten offiziellen Staatssymbols entstammt einem Entwurf des Grafikers und Professors der Technischen Universität Warschau Zygmunt Kamiński aus dem Jahre 1927. Nur in der sozialistischen Zeit (1945 – 1989) trug der Adler keine Krone, nach der Parlamentswahl 1989 kehrte diese ins Wappenbild zurück.
Die Farben des Adlerwappens zierten schon im Mittelalter Standarten der polnischen Könige oder des Heeres. In der Zeit von Polen-Litauen (1569-1795) war die Flagge noch dreistreifig rot-weiß-rot. Die aus zwei Streifen bestehende weiß-rote Flagge in ihrer heute bekannten Form wurde nach dem Wiedererlangen der Unabhängigkeit am 1. August 1919 durch den Sejm als offizielles Staatssymbol eingeführt. Zuvor fand sie schon als Flagge des Herzogtums Warschau (1807 – 1815) Verwendung. Sehr interessant ist, dass die heutige polnische Verfassung zwei Varianten der Staatsflagge vorsieht – neben der hier beschriebenen und überall bekannten nämlich noch eine, die auf dem weißen Streifen das Staatswappen zeigt. Auch diese Regelung geht auf die Zweite Polnische Republik zurück. Die Wappenversion sollte vor allem von Handelsschiffen benutzt werden, um Verwechslungen mit einer ebenfalls weiß-roten Fahne zu vermeiden, die eines der Signale (H – Habe einen Lotsen an Bord) des traditionell zur Kommunikation auf See verwendeten Internationalen Signalbuches kennzeichnet. Die Flagge mit dem Wappen wird auch heute noch auf Schiffen und darüber hinaus u.a. vor Konsulaten und Auslandsvertretungen der Republik Polen eingesetzt.

Im Oktober 2003 wurde beim Sejm ein Abgeordnetenentwurf zur Änderung des Gesetzes über Wappen, Farben und Hymne der Republik Polen eingereicht. Neben einigen kleineren, eher technischen Änderungen sollte der 2. Mai zum Tag der Flage der Republik Polen bestimmt werden. In der Begründung dazu lesen wir: „Es gibt Angelegenheiten, über die man wenig spricht, trotz ihrer unanfechtbaren Bedeutung für jeden Bürger der Republik Polen. Genau dazu gehören: die Flagge und die Nationalfarben sowie das Wappen (…) Informationen über das Recht zur Verwendung dieser Symbole sind sehr spärlich, sowohl in Schulbüchern als auch in den Medien. Nur wenige wissen, dass die aktuelle Rechtslage den Bürgern die Verwendung der Staatsflagge außerhalb der Nationalfeiertage untersagt. Polen gehört zu den Ländern, die zwei Staatsflaggen verwenden, was der Großteil der Polen vermutlich ebenfalls nicht weiß.“ Der Tag der Flagge sollte „ohne Pathos, aber in patriotischem Geiste, am Vortag des Feiertags des 3. Mai“ begangen werden.

Die Wahl fiel aus mehreren Gründen auf dieses Datum: neben der schon erwähnten Brückenfunktion zwischen zwei Feiertagen ging es auch darum, das neue Fest mit dem bereits seit 2002 bestehenden Tag des Auslandspolentums zu verbinden. Dass an einem Datum gleich zwei Feiertage stattfinden, ist nichts ungewöhnliches; das wohl bekannteste polnische Beispiel hierfür stellt der 15. August dar: neben dem jahrhundertealten kirchlichen Festtag Maria Himmelfahrt ist er seit 1992 auch der Tag des polnischen Heeres - zur Erinnerung an die siegreiche Schlacht von Warschau 1920 im Polnisch-Sowjetischen Krieg, deren Verlauf eben um den 15. August herum entscheidend zugunsten der Polen gekippt war.

Bei der Wahl des 2. Mai dürfte ebenfalls ein militärhistorischer Umstand als zusätzlicher Faktor eine Rolle gespielt haben, auch wenn er im Antragstext nicht explizit Erwähnung findet – am 2. Mai 1945 hatten polnische Soldaten während der Schlacht um Berlin kurzzeitig eine polnische Flagge auf dem Aussichtsbalkon der Siegessäule gehisst, was auch durch eine Bildaufnahme belegt ist.

Durchgeführt wurde diese Aktion von fünf Angehörigen des 1. Leichten Artillerieregiments der 1. Infanteriedivision Tadeusz Kościuszko, unter Führung von Leutnant Mikołaj Troicki. Einer der fünf, der damalige Korporal und spätere Hauptmann Antoni Jabłoński, schilderte Jahrzehnte später seine damaligen Erlebnisse: „Zwei Uhr nachts, Mai, dunkel. Wir sind ins Innere der deutschen Stellung vorgedrungen. Wir schauen; da steht irgendein Turm. Und der Anführer Leutnant Troicki sagt: ‚Jungs, das ist die Siegessäule. Noch um 1870 herum, als Wilhelm gegen Frankreich gewonnen hatte, hat er zur Feier des Sieges diese Kolumne errichtet.’ Wir gingen hinein und erblickten Kabel deutscher Telefone, die auf den Treppen lagen. Das war ein deutscher Observierungspunkt. Wir schnitten die Kabel durch und versteckten uns. Gewundene, eiserne Treppen, doch niemand kam runter, um zu kontrollieren, warum es keine Verbindung gibt. Also befahl der Anführer die Maschinenpistolen bereitzuhalten und in Zehn-Meter-Abständen voneinander begannen wir nach oben zu steigen. Wir kamen an. Wir schauen, und da steht nur ein Telefonapparat. Auf dem Turm hingegen sieht man diesen Engel, aufgestellt als Zeichen des Sieges.“

Hauptmann Jabłoński, der nach dem Krieg in seinen Heimatort Suraż zurückgekehrt war und dort als Briefträger und Verkäufer arbeitete, konnte die Ausrufung des Tags der Flagge im Jahre 2004 noch erleben, und hätte ihn sogar mehrfach persönlich begehen können – er starb, als Letzter der fünf Männer, im Juli 2015 im Alter von 96 Jahren.

76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück am 30. April 1945Gestern jährte sich die Befreiung des ...
01/05/2021

76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück am 30. April 1945

Gestern jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück am 30. April 1945 zum 76. Mal. Das KZ Ravensbrück ist als Frauenlager bekannt. Die Polinnen stellten dabei die größte Gruppe der weiblichen Häftlinge dar – man schätzt ihre Zahl auf etwa 40.000. Außerdem wurden auch noch 18.000 Russinnen, 8.000 Französinnen, 1.000 Niederländerinnen ins KZ Ravensbrück deportiert. Unter den Häftlingen waren auch Britinnen, Deutsche, Jüdinnen, Sintizas und Romnija. Insgesamt wurde das Lager für etwa 130.000 Frauen zur Hölle.

Die extremen Verhältnisse waren häufig der Nährboden für Verrohung und individuellen Überlebenskampf, was sich wiederum in falschen Anschuldigungen und gegenseitigen Denunziationen widerspiegelte. Trotzdem gab es auch viel geistigen und organisatorischen Widerstand unter den weiblichen Häftlingen: „Unter anderem die [polnische] geheime Pfadfinderinnengruppe „mury [Mauern]“ hatte sich die Bedürftigenhilfe zur obersten Auf-gabe gemacht. Sie war 1941 entstanden und ihr Name sollte die Abgrenzung von der schwierigen Lagerrealität symbolisieren. Die Pfadfinderinnen halfen den übrigen Frauen bei der Arbeit, besorgten Essen und Medikamente. Außerdem engagierten sie sich in künstlerische, religiöse und pädagogische Aktivitäten und führten Sabotageaktionen durch. Sie versuchten andere mit ihrer Heiterkeit und ihrem Lächeln positiv zu beeinflussen. Die Gründerin dieser Organisation, Józefa Kantor, nannte man „ Pfarrer im Rock“. (aus „Ravensbrück. Eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Polnische Perspektiven“)

Am 15. Mai 1939 begann der Betrieb im 90 Kilometer nördlich von Berlin gelegenen KZ, das zuvor von Zwangsarbeiter:innen des KZ Sachsenhausen erbaut worden war. Bis zu seiner Befreiung waren mindestens 140.000 Frauen, Kinder und Männer in dem Lager inhaftiert. U. a. die fehlende Registrierung der auf den sog. Todesmärschen Verstorbenen erschwert die genaue Angabe von Sterbezahlen; man geht jedoch heute von mindestens 25.000 Todesopfern aus.

Das KZ Ravensbrück ist als Frauenlager bekannt. Es umfasste zahlreiche Außenlager, u. a. ein kleineres, abgetrenntes Männerlager, in dem knapp 20.000 Männer inhaftiert waren sowie das Jugendkonzentrationslager Uckermark, in dem vom NS-Regime als „staatsfeindlich“, „asozial“ oder „sexuell verwahrlost“ angesehene Mädchen und Jugendliche inhaftiert wurden und das zuletzt als Sterbe- und Selektionslager genutzt wurde, als mit Anmarsch der Roten Armee möglichst viele Zeug:innen der deutschen Verbrechen ermordet werden sollten. Die ersten Häftlinge im Stammlager waren Bibelforscherinnen (Zeugen Jehovas) sowie Sintizze und Romnja mit ihren Kindern.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939, mit dem der Zweite Weltkrieg begann, wurden die ersten polnischen Frauen in das Lager verschleppt. Im Lager waren Frauen aus über 20 Nationen inhaftiert, wobei die Mehrzahl der Häftlinge zuletzt aus Polen und der Sowjetunion stammten. Im April 1941 wurden 1000 Frauen aus dem KZ Ravensbrück nach Auschwitz deportiert, um das dortige Vernichtungslager aufzubauen. Im selben Jahr begann die SS mit regelmäßigen unangekündigten Erschießungsaktionen, bei denen bis 1945 insgesamt 143 polnische Frauen und Mädchen ermordet wurden. Hinzu kamen Hinrichtungen von sowjetischen, französischen, britischen und anderen Häftlingen. KZ-Insass:innen wurden von der SS für Feldarbeiten an umliegende mecklenburgische Landgüter „vermietet“ und für Arbeiten in Gärtnereien und im Straßenbau „ausgeliehen“. Auch bauten die Zwangsarbeiter:innen einen „Industriehof“ mit Produktionsstätten sowie 20 Werkhallen des Elektronikherstellers Siemens.

Ab 1941 begannen im Rahmen der „Aktion 14f13 zur Vernichtung lebensunwerten Lebens“ regelmäßig Selektionen, bei denen Tausende von Häftlingen aus Ravensbrück und anderen Konzentrationslagern in die NS-Tötungsanstalten Sonnenstein und Bernburg deportiert und dort durch Vergasung ermordet wurden, als die Lager noch nicht über eigene Gaskammern verfügten. Vor Ort durch Phenolinjektionen wurden hauptsächlich jüdische KZ-Insass:innen im Sommer 1941 ermordet. Ab 1942 begannen SS-Ärzte im Lager mit medizinischen Experimenten. Vor allem polnische Frauen wurden bewusst mit Bakterien infiziert, zur Überprüfung unerprobter Heilmethoden am gesunden Körper operiert, zwangssterilisiert oder im Rahmen von Versuchen absichtlich unterkühlt.

Eine bewegende Geschichte ist die von Jadwiga Goździkowska: Während des Warschauer Aufstandes im August 1944 verhaftet, wurde sie zunächst in das KZ Ravensbrück deportiert. Hochschwanger wurde sie in das KZ Bergen-Belsen versetzt, wo ihre Tochter Alicja zur Welt kam und durch die solidarische Hilfe der Mithäftlinge überlebte. Nach der Befreiung starb Alicjas Vater Stefan an den Folgen seiner Haft im KZ Mauthausen; Mutter und Tochter blieben in Bergen-Belsen im nahegelegenen polnischen DP-Camp und kehrten im Mai 1946 nach Polen zurück.

Von den 800 Säuglingen jedoch, die zwischen 1943 und 1945 im KZ Ravensbrück zur Welt kamen, überlebten nur die wenigsten.
Eigentlich galten ab 1942, dem Jahr der Wannseekonferenz, die Konzentrationslager in Deutschland offiziell als „judenfrei“. Mit dem Vorrücken der Roten Armee wurden jedoch Tausende jüdische Häftlinge aus den besetzten Gebieten nach Westen verschleppt.

Allein zwischen Februar und Dezember 1944 wurden über 7000 ungarische Jüdinnen aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, die aufgrund ihrer auszubeutenden Arbeitskraft nicht wie Hunderttausende andere ungarische Jüdinnen und Juden unmittelbar nach ihrer Ankunft vergast wurden, in das KZ Ravensbrück verlegt. Anfang 1945 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers Uckermark eine Gaskammer in unmittelbarer Nähe zum dortigen Krematorium in Betrieb genommen. In den wenigen Monaten bis zur Befreiung wurden darin bis zu 6000 kranke, alte oder aus sonstigen Gründen „auszusortierende“ Insassinnen ermordet.

Wegen des weiteren Vormarschs der Roten Armee gen Westen wurden immer mehr Häftlinge aus den östlich gelegenen Lagern in das überfüllte KZ Ravensbrück „evakuiert“. Durch die unzureichende Hygiene im Lager brachen Typhus und Diphterie aus, an denen zahlreiche unterernährte und unterversorgte Insass:innen bis Kriegsende starben.

Am 27. April wurden über 10.000 Häftlinge auf einen Todesmarsch Richtung Nordwesten getrieben, auf dem wiederum zahlreiche starben. Als am 30. April 1945 ein Vorauskommando der 2. Weißrussischen Front das KZ Ravensbrück erreichte, waren noch knapp 3000 für den Todesmarsch zu schwache und kranke Häftlinge zurückgelassen worden. Trotz medizinsicher Versorgung starben viele von ihnen noch vor Ort an den Folgen der Haft.

Ein Interview mit unserer Chefin Hanna Radziejowska im Spiegel, durchgeführt von Jan Puhl - verfügbar ohne Paywall. "Rad...
30/04/2021
Pilecki-Institut zur polnischen Geschichte: »Die Deutschen wissen fast nichts«

Ein Interview mit unserer Chefin Hanna Radziejowska im Spiegel, durchgeführt von Jan Puhl - verfügbar ohne Paywall.

"Radziejowska: Natürlich ist das Wissen über den Holocaust in der deutschen Gesellschaft weitverbreitet, dass aber von sechs Millionen ermordeten Juden drei Millionen polnische Bürger waren, wissen die Allerwenigsten. In Polen wurde am helllichten Tag getötet. Der Mord an den deutschen Juden dagegen war für die Deutschen unsichtbar. Es fehlt das Bewusstsein, dass Polen auch mehr als drei Millionen nichtjüdische Opfer zu beklagen hat, insgesamt also sechs Millionen Opfer. Dazu kommen noch die irreversiblen Verluste in Wissenschaft und Kultur, die totale Zerstörung des Staats. Die Deutschen wissen kaum etwas über den polnischen Widerstand oder die Tatsache, dass Polen an allen Fronten im Zweiten Weltkrieg dabei war. 1945 haben 10.000 polnische Soldaten Berlin mit erobert."

Polen sollten den N***s als Sklaven dienen, der Staat wurde total zerstört, sagt Hanna Radziejowska. Die Leiterin des Berliner Pilecki-Instituts wirft den Deutschen erschütternde Ahnungslosigkeit über ihre östlichen Nachbarn vor.

#warsawghettouprisingNiuta Tajtelbaum (31.10.1917, Łódź – Juli 1943, Warschau) war Mitglied der Polnischen Arbeiterparte...
23/04/2021

#warsawghettouprising

Niuta Tajtelbaum (31.10.1917, Łódź – Juli 1943, Warschau) war Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei im Warschauer Ghetto, Kontaktfrau des Antifaschistischen Blocks und Mitglied einer Sondergruppe der Volksgarde. Sie nahm an zahlreichen Sabotageaktionen teil, die vom Jüdischen Untergrund organisiert wurden.

Wie andere jüdische Frauen nutzte sie ihr vermeintlich „arisches“ Aussehen, um außerhalb des Ghettos den Widerstand zu unterstützen. Durch ihr jugendliches Erscheinungsbild und ihre blonden Zöpfe getarnt gelang es ihr eines Tages, unter dem Vorwand einer „persönlichen Angelegenheit“ mit einem SS-Offizier in dessen Büro einzutreten. Ohne irgendjemandes Verdacht zu erregen, erschoss sie ihn mit einem Revolver und entfernte sich mit unschuldiger Miene. Sie war in ganz Warschau für ihre Aktionen berüchtigt und von den deutschen Besatzern gefürchtet.

Am Tag nach dem Ausbruch des Warschauer Ghettoaufstandes, dem 20.04.1943, nahm Niuta Tajtelbaum an einer erfolgreichen Aktion auf dem Krasiński-Platz teil. Das Ziel ihrer Einheit waren Soldaten der Waffen-SS, die aus Kanonen auf jüdische Aufständische schossen. Im Juli 1943 wurde sie von der Gestapo verhaftet. Ihr Versuch, sich zu vergiften, misslang. In der Haft folterten sie die Deutschen, um sie zur Preisgabe von Informationen über ihre Kamerad:innen zu zwingen. Niuta verriet jedoch niemanden. Sie wurde ermordet und an einem unbekannten Ort begraben.

Hier der Originaltext:

https://www.polin.pl/pl/aktualnosci/2021/04/14/poznaj-bohaterki-muralu

#warsawghettouprising

Niuta Tajtelbaum (31.10.1917, Łódź – Juli 1943, Warschau) war Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei im Warschauer Ghetto, Kontaktfrau des Antifaschistischen Blocks und Mitglied einer Sondergruppe der Volksgarde. Sie nahm an zahlreichen Sabotageaktionen teil, die vom Jüdischen Untergrund organisiert wurden.

Wie andere jüdische Frauen nutzte sie ihr vermeintlich „arisches“ Aussehen, um außerhalb des Ghettos den Widerstand zu unterstützen. Durch ihr jugendliches Erscheinungsbild und ihre blonden Zöpfe getarnt gelang es ihr eines Tages, unter dem Vorwand einer „persönlichen Angelegenheit“ mit einem SS-Offizier in dessen Büro einzutreten. Ohne irgendjemandes Verdacht zu erregen, erschoss sie ihn mit einem Revolver und entfernte sich mit unschuldiger Miene. Sie war in ganz Warschau für ihre Aktionen berüchtigt und von den deutschen Besatzern gefürchtet.

Am Tag nach dem Ausbruch des Warschauer Ghettoaufstandes, dem 20.04.1943, nahm Niuta Tajtelbaum an einer erfolgreichen Aktion auf dem Krasiński-Platz teil. Das Ziel ihrer Einheit waren Soldaten der Waffen-SS, die aus Kanonen auf jüdische Aufständische schossen. Im Juli 1943 wurde sie von der Gestapo verhaftet. Ihr Versuch, sich zu vergiften, misslang. In der Haft folterten sie die Deutschen, um sie zur Preisgabe von Informationen über ihre Kamerad:innen zu zwingen. Niuta verriet jedoch niemanden. Sie wurde ermordet und an einem unbekannten Ort begraben.

Hier der Originaltext:

https://www.polin.pl/pl/aktualnosci/2021/04/14/poznaj-bohaterki-muralu

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Das ist meine Tochter Tracy
Trailer zum deutsch-polnischen Kriminalroman
Gratuliere, endlich eine vernünftige Idee auf Deutsch über deutsche Verbrechen Schreiben, gegen die Antipolnische Propaganda offensiv vorgehen. Nur so weiter. Solche Seiten sollen auch in englischer Sprache betrieben werden. Nicht nur sich wehren defensiv agieren, aber auch aktiv sich gegen die Verleumder vorgehen Alles Gute.
Geschichtswissen ist immer gut um zu verstehen wo wir im Strom des Lebens stehen. Ohne Vergangenheit keine Gegenwart und keine Zukunft.
Russia 1943 ▶ German excavations of the mass graves of the Katyn massacre - Mass ex*****on of Polish officers by the Soviet NKVD near Smolensk https://www.facebook.com/GermanHistory/videos/349634108777554/ The Katyn massacre was a series of mass ex*****ons of Polish intelligentsia carried out by the Soviet Union, specifically the NKVD ("People's Commissariat for Internal Affairs", aka the Soviet secret police) in April and May 1940. Though the killings took place at several places, the massacre is named after the Katyn Forest, where some of the mass graves were first discovered. The massacre was prompted by NKVD chief Lavrentiy Beria's proposal to execute all captive members of the Polish officer corps, dated 5 March 1940, approved by the Politburo of the Communist Party of the Soviet Union, including its leader, Joseph Stalin. The number of victims is estimated at about 22,000. The victims were executed in the Katyn Forest in Russia, the Kalinin and Kharkiv prisons, and elsewhere. Of the total killed, about 8,000 were officers imprisoned during the 1939 Soviet invasion of Poland, another 6,000 were police officers, and the rest were Polish intelligentsia the Soviets deemed to be "intelligence agents, gendarmes, landowners, saboteurs, factory owners, lawyers, officials, and priests". As the Polish Army officer class was representative of the multi-ethnic Polish state, the killed also included Ukrainians, Belarusians, and Polish Jews including the Chief Rabbi of the Polish Army, Baruch Steinberg. The government of N**i Germany announced the discovery of mass graves in the Katyn Forest in April 1943. When the London-based Polish government-in-exile asked for an investigation by the International Committee of the Red Cross, Stalin immediately severed diplomatic relations with it. The USSR claimed the N***s had murdered the victims in 1941 and it continued to deny responsibility for the massacres until 1990, when it officially acknowledged and condemned the perpetration of the killings by the NKVD, as well as the subsequent cover-up by the Soviet government. An investigation conducted by the office of the Prosecutors General of the Soviet Union (1990–1991) and the Russian Federation (1991–2004) confirmed Soviet responsibility for the massacres but refused to classify this action as a war crime or an act of genocide. The investigation was closed on the grounds the perpetrators were dead, and since the Russian government would not classify the dead as victims of the Great Purge, formal posthumous rehabilitation was deemed inapplicable. In November 2010, the Russian State Duma approved a declaration blaming Stalin and other Soviet officials for ordering the massacre. ———————————- Beim Massaker von Katyn erschossen Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) vom 3. April bis 11. Mai 1940 etwa 4400 gefangene Polen, größtenteils Offiziere, in einem Wald bei Katyn, einem Dorf 20 Kilometer westlich von Smolensk. Diese Tat gehörte zu einer Reihe von Massenmorden an 22.000 bis 25.000 Berufs- oder Reserveoffizieren, Polizisten und anderen Staatsbürgern Polens, darunter vielen Intellektuellen. Die Entscheidung zu diesen Massenmorden fällte der sowjetische Diktator Josef Stalin, die daraufhin vom Politbüro der Kommunistischen Partei befohlen und an mindestens fünf verschiedenen Orten in den Unionsrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland ausgeführt wurden. Der Ortsname „Katyn“ repräsentiert in Polen diese Mordreihe und wurde zum nationalen Symbol für das Leiden von Polen unter sowjetischer Herrschaft im Zweiten Weltkrieg. Im Sommer 1942 fanden polnische Zwangsarbeiter der Deutschen bei Katyn ein Massengrab der Ermordeten. Das NS-Regime gab die Funde ab 11. April 1943 bekannt, um die Anti-Hitler-Koalition zu schwächen und von eigenen Verbrechen abzulenken. Die Sowjetunion leugnete ihre Verantwortung, lehnte eine internationale Untersuchung ab und lastete das Verbrechen dem NS-Regime an. An dieser Geschichtsfälschung hielt sie bis 1990 fest. In den 1950er-Jahren stellten polnische Publizisten und ein vom US-Kongress eingesetzter Ausschuss die NKWD-Täterschaft fest. Nach neuen Dokumentfunden dazu räumte der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow am 13. April 1990 die Verantwortung der Sowjetunion für diese Massenmorde ein und entschuldigte sich später beim polnischen Volk. Die Ministerpräsidenten Russlands und Polens, Wladimir Putin und Donald Tusk, gedachten 2010 in Katyn erstmals gemeinsam der Opfer des Verbrechens. Noch lebende Täter wurden jedoch nicht strafverfolgt. Opferangehörige klagten in Russland erfolglos auf Einsicht in die Ermittlungsakten, behördliche Auskunft über die Todesumstände der Opfer, deren juristische Rehabilitierung und Entschädigungen.
Wczorajszy konzert awangarda i eksperyment w jednym. Zaraz na pierwszej kolumnie trafiłam na błąd ortograficzny i złe przetłumaczenie. Jest na niej od otwarcia insytutu 16.09.19. Czy nie było czasu aby to poprawić? Czy trzeba się wstydzić? Zwróciłam na to uwagę pani dyrektor. Wie o tym. Ręce opadają.