Literarisches Colloquium Berlin

Literarisches Colloquium Berlin Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) ist Veranstaltungsforum und Gästehaus, Arbeitsstätte und Talentschmiede für Autorinnen und Autoren sowie für Übersetzerinnen und Übersetzer.

Wie gewohnt öffnen

Honor Podlasia - Michałowianki karmią "terrorystów"
09/11/2021
Honor Podlasia - Michałowianki karmią "terrorystów"

Honor Podlasia - Michałowianki karmią "terrorystów"

Ein Haus inmitten der Literatur: Seit mehr als fünfzig Jahren ist das Literarische Colloquium Berlin tief im Berliner Literaturleben verwurzelt und strahlt zugleich weit über die Stadt hinaus.

Ada Lovelace, Manhattan und Sexroboter. Wir gratulieren unserer ehemaligen Stipendiatin Martina Clavadetscher herzlich z...
08/11/2021
Martina Clavadetscher gewinnt den Schweizer Buchpreis 2021

Ada Lovelace, Manhattan und Sexroboter. Wir gratulieren unserer ehemaligen Stipendiatin Martina Clavadetscher herzlich zum Schweizer Buchpreis und freuen uns gerade durch alle Bernoulli-Zahlen mit.

Empfinden Roboter etwas? Und falls ja, was empfinden sie? Martina Clavadetscher stellt diese Fragen in einem labyrinthischen Buch, das von drei Frauen handelt. Dafür hat sie den Schweizer Buchpreis 2021 bekommen.

Ein wunderbarer, polyphoner Abend zu Friederike Mayröcker fand gestern im Literaturhaus Halle statt. In ausgeklügelter C...
07/11/2021
Friederike Mayröcker übersetzen – eine vielstimmige Hommage

Ein wunderbarer, polyphoner Abend zu Friederike Mayröcker fand gestern im Literaturhaus Halle statt. In ausgeklügelter Choreographie stellten Mayröcker-Übersetzer:innen und Marcel Beyer (zugeschaltet aus New York) Ergebnisse ihres Workshops vor und brachten Mayröcker in vielen verschiedenen Sprachen zu Gehör. Nachzuschauen auf Youtube, genau richtig für einen regnerischen Sonntag Nachmittag...
https://m.youtube.com/watch?v=BwNYXhRDRE4

Mit den Mayröcker-Übersetzer:innen Donna Stonecipher (Englisch), Jean-René Lassalle (Französisch), Julia Kaminskaja (Russisch) und Tanja Petrič, (Slowenisch)...

Nochmal Thomas Brasch, zum 20. Todestag: "Das Wünschen und das Fürchten", Dokumentarfilm von Tobias Rüter auf Arte.
06/11/2021
Brasch - Das Wünschen und das Fürchten - Film in voller Länge | ARTE

Nochmal Thomas Brasch, zum 20. Todestag: "Das Wünschen und das Fürchten", Dokumentarfilm von Tobias Rüter auf Arte.

2001 verstarb mit 56 Jahren der Dichter Thomas Brasch. Wie kaum ein anderer Schriftsteller balancierte er auf einem dünnen Seil zwischen der DDR und der BRD, zwischen Geschichte und Gegenwart, Jüdischsein, Deutschsein und Dasein. Der Dokumentarfilm erzählt von Braschs widersprüchlichem Leben und...

„Setz schreibt Bücher, in denen die Grenzen literarischer Wahrnehmungskonventionen ausfransen und lustvoll überschritten...
06/11/2021
Clemens J. Setz: Aus den Geheimkammern der Gegenwart

„Setz schreibt Bücher, in denen die Grenzen literarischer Wahrnehmungskonventionen ausfransen und lustvoll überschritten werden; Geschichten, die eine Überfülle an Bildlichkeit und laufend einen originellen, eigenwilligen Überschuss produzieren, den man in der zur Ökonomie dressierten deutschen Kunsthandwerksliteratur fast wie von selbst als Dissidenz empfinden kann.“, schrieb David Hugendieck bereits im Juli über Clemens J. Setz, als dieser als Büchnerpreisträger bekannt gegeben wurde. (lesenswert! In: DIE ZEIT, 20.07.21 👉 https://www.zeit.de/kultur/literatur/2021-07/clemens-setz-buechner-preis-kommentar)

Heute findet die offizielle Preisverleihung statt und passend dazu, sprach Anne-Dore Krohn für »weiter lesen – das LCB im rbb« mit Setz, wir wünschen viel Spaß beim zuhören!

weiter lesen | Clemens J. Setz | Heute, 17 Uhr
Im Radio und onDemand bei @rbbkultur

Weitere Infos und Links in der FB-VA 👉 https://fb.me/e/106wrLxqK

Clemens J. Setz schreibt eine Literatur, in der er die Konventionen der Wahrnehmung lustvoll überschreitet. Er ist ein überaus würdiger Büchner-Preisträger.

Novemberfarben.
05/11/2021

Novemberfarben.

Am ✨Montag ✨ kommt Valerie Fritsch mit ihrem Roman »Herzklappen von Johnson & Johnson« (Suhrkamp, 2020) zu uns und wir f...
05/11/2021
Roman von Valerie Fritsch: Oh Stellvertreterweh!

Am ✨Montag ✨ kommt Valerie Fritsch mit ihrem Roman »Herzklappen von Johnson & Johnson« (Suhrkamp, 2020) zu uns und wir freuen uns schon sehr darauf!

Im Mittelpunkt des Textes stehen Alma, ihr Sohn, der durch einen selten Gendefekt keinen Schmerz spürt und ihre durch Kriegstraumata geprägte Familiengeschichte.

„Was Walter Benjamin einst über den Zivilisationseinschnitt des Kriegs konstatierte, nämlich die aus ihm folgende Unfähigkeit, Erfahrung in Worte zu bringen, ist Hausgesetz in Almas Familie. Die einen reden nicht, weil der Schmerz zu groß ist, der Körperstumme aber benötigt die Sprache, um den Schmerz zu begreifen.“, schrieb Miryam Schellbach in der FAZ, über Fritschs „wundersam stilles Büchlein über die Spuren […], die ein allzu großer und auch ein fehlender Schmerz in einer Familie hinterlassen“.
Den ganzen Artikel gibt es hier 👉 https://www.faz.net/-gr4-9yqg2

Im LCB spricht Valerie Fritsch mit der Lektorin und Literaturvermittlerin Ulrike Ostermeyer über das Verhaftetsein in der Familiengeschichte und die Rolle von Wort und Bild in ihrem Schaffen.

Wir sind schon sehr gespannt auf den Abend und laden Sie und Euch herzlich dazu ein, um 19.30 Uhr im LCB dabei zu sein! Es gibt noch Tickets!🎈

Sprachbilder und Bildsprache
»Herzklappen von Johnson & Johnson«
08. November | 19.30 Uhr

Weitere Infos in der FB-VA 👉 https://fb.me/e/1Ni59U0hL
Tickets 👉 https://vvk.link/2yt6f6

Ein wundersam stilles Büchlein: Valerie Fritschs „Herzklappen von Johnson & Johnson“ ist weniger Familienroman als eine fein gestrickte Parabel auf den Schmerz.

Ein Brasch-Film, mit Albrecht Schuch in der Hauptrolle!
04/11/2021
Thomas Brasch - Der Träumer

Ein Brasch-Film, mit Albrecht Schuch in der Hauptrolle!

Vor 20 Jahren starb der Dichter. Der neue Film „Lieber Thomas“ erzählt von seinem Leben – und hat etwas Befreiendes

03/11/2021
GEGEN//ÜBER - Krise der Repräsentation? Parteienlandschaft, Wahlen und Partizipation heute

VOR ORT und LIVESTREAM

GEGEN//ÜBER. Debatten zur Gegenwart
Mit Hamze Bytyci und Robert Misik

Seit vielen Jahren verlieren die meisten Parteien kontinuierlich an Mitgliedern – und sind auch immer weniger rückgebunden an andere Verbände und Organisationen. Die Parlamente wurden hinsichtlich Berufsgruppen und sozialer Herkunft der Abgeordneten eher homogener, und in der Einwanderungsgesellschaft gibt es eine große Zahl von Menschen, die ohne Staatsbürgerschaft überhaupt nicht mitentscheiden können. Während die demagogische Rechte ein „Volk“ behauptet, dessen „Stimme“ sie angeblich vertritt, ziehen sich Teile der Linken in apolitischer Manier auf eine Kritik an „dem System“ zurück. International erstarken autoritäre Regime mit dem doppelten Versprechen von Wohlstand und Ordnung.

Wie kann sich die liberale Demokratie revitalisieren? Sollten intelligente Institutionen der Beteiligung erprobt werden – etwa ausgeloste Bürgerräte –, wie manche Autor·innen fordern? Wir diskutieren Situation und Perspektiven der Repräsentation mit Hamze Bytyci und Robert Misik.

Valerie Fritsch und die Fotografie: am 8. November geht es im LCB um ihre "Sprachbilder und Bildsprache" und um »Herzkla...
03/11/2021

Valerie Fritsch und die Fotografie: am 8. November geht es im LCB um ihre "Sprachbilder und Bildsprache" und um »Herzklappen von Johnson & Johnson« (Suhrkamp Verlag). Für die Recherche tourte sie 16.000 Kilometer mit dem Auto von Graz nach Kasachstan - uns hat sie Polaroids der Reise gezeigt. Tickets gibt's hier! https://vvk.link/2yt6f6

01/11/2021
Antrittsvorlesung Karin Betz

Antrittsvorlesung der August-Wilhelm-von-Schlegel-
Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung, Karin Betz. Stream aus dem Institut français Berlin.

Wir freuen uns auf die heutige Antrittsvorlesung von Karin Betz, die neue August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorinfür...
01/11/2021
Schlegel-Gastprofessur Karin Betz

Wir freuen uns auf die heutige Antrittsvorlesung von Karin Betz, die neue August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin
für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin.
HEUTE Abend im STREAM, live aus dem Institut français Berlin (👉 www.lcb.de und www.uebersetzerfonds.de):

Wo bitte geht’s nach Xin Da Ya?

Die vom Deutschen Übersetzerfonds am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin eingerichtete August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung wird im Wintersemester 2021/2022 bekleidet von Karin Betz, einer der wichtigsten Vermittlerinnen chinesischer Literatur in Deutschland. Die Frankfurter Übersetzerin hat Autoren wie den Literatur­nobelpreisträger Mo Yan, Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, Friedenspreisträger Liao Yiwu und den populären Science-Fiction-Autor Liu Cixin ins Deutsche übersetzt. Die Veranstaltung wird live aus dem Institut français Berlin übertragen, zur Begrüßung sprechen Sophie Coumel (Institut français Berlin), Ulrich Blumenbach (Deutscher Übersetzerfonds) und Susanne Strätling (FU Berlin).

https://lcb.de/programm/schlegel-gastprofessur-karin-betz/

Die vom Deutschen Übersetzerfonds am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin eingerichtete August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung wird im Wintersemester 2021/2022 bekleidet von Karin Betz, einer der wichtigsten Vermittlerinnen chinesischer Literatur in D...

Herbst im LCB.
28/10/2021

Herbst im LCB.

Herbst im LCB.

Derzeit ist Sam Albatros zu Gast im LCB und vor zwei Wochen kam Sams Debütroman »Faulty Boy« heraus, wozu wir herzlichst...
28/10/2021
“faulty boy” | Sam Albatros’ debut novel - artworks

Derzeit ist Sam Albatros zu Gast im LCB und vor zwei Wochen kam Sams Debütroman »Faulty Boy« heraus, wozu wir herzlichst gratulieren!🎉

Zunächst ist der Roman bei Hestia publications auf Griechisch erschienen, nun hoffen wir sehr auf baldige Übersetzungen.

Sam Albatros' künstlerische Arbeit besteht neben dem Schreiben auch in Perfomance-Arbeit, Kurzfilmen und Video-Poetry auf Youtube (Kanal: Sam Albatros) oder der Webseite www.queerpoets.com, die Sam ins Leben gerufen hat.

Nach dem Studium der kognitiven Neurowissenschaften zwischen Frankreich, England und den USA, hat Sam kürzlich seine Dissertation fertig gestellt.

Und nun eben auch dieser erste Roman, über den wir uns sehr freuen. Einen Einblick gibt uns der Klappentext:

» WE ARE THE HAPPIEST FAMILY IN THE WHOLE WIDE WORLD!

Dad sometimes beats me up with his belt. Once, I saw someone beat his son like that in a Greek film. Since then, every time dad beats me up with his belt, I feel like a movie star.

Mom won’t stop nagging at me to study, because her parents were so poor she couldn’t go to school. If she wants to go to school that bad, she can go to mine and I’ll stay at home and be the housewise: I told her that once and she slapped me.

I’ll talk about my brothers and sisters another time, I’m bored now. They don’t live with us anyway, like normal brothers and sisters do.

I have the best friends in the whole wide world! Thanasis is my best friend and he sits next to me at school. We like to play many games but we don’t talk about some of them, we keep them secret. He doesn’t let me talk about them because last time I did, we got beaten up. Then it’s Athena and Sophia, who also sit next to each other in the class. Athena is strong and they call her a tomboy and Sophia wears glasses and she’s wise like an owl.

We love each other so much! I love Thanasis, Thanasis loves Athena, Athena loves Sophia (but she won’t say it) and Sophia loves me.

We’re the best students in the class! That’s because I crib from Thanasis, and Athena cribs from Sophia. Sometimes though Athena forgets to mix it up a little. Once she had copied word by word Sophia’s writing exercise. When the teacher asked what happened, I butted in and said: “Great minds think alike!”«

https://www.art-works.gr/en/fellows-news-en/faulty-boy-sam-albatros-debut-novel/

#literatur #neuerscheinungen

Sam Albatros’ debut novel “faulty boy” is out 15.10.2021 by Hestia publications. * WE ARE THE HAPPIEST FAMILY IN THE WHOLE WIDE WORLD! Dad sometimes beats me up with his belt. Once I saw someone beat his son like this in a Greek movie. Since then, every time dad beats me up with his belt, …

Ab 20 Uhr live auf unserem YouTube-Kanal: Die Literarische Wahlnachlese. Betrachtungen zur Bundestagswahl aus Österreich...
27/10/2021
GEGEN//ÜBER - Die Literarische Wahlnachlese. Betrachtungen zur Bundestagswahl aus Österreich

Ab 20 Uhr live auf unserem YouTube-Kanal:

Die Literarische Wahlnachlese. Betrachtungen zur Bundestagswahl aus Österreich

GEGEN//ÜBER – Debatten zur Gegenwart
LIVESTREAM aus dem ausland Berlin
mit Elena Messner und Richard Schuberth

https://youtu.be/zoFUlwE_eBc

Fragen und Diskussion während der Veranstaltung auf Telegram (t.me/gegenueber) und über die Chatfunktionen von YouTube.

VOR ORT im ausland und LIVESTREAMGEGEN//ÜBER – Debatten zur GegenwartMit Elena Messner und Richard SchuberthEnde September 2021 wurde ein neuer Bundestag gew...

An Clemens J. Setz geht der Georg-Büchner-Preis in diesem Jahr, im Jahr 1964 war es Ingeborg Bachmann. In der Retro-Reih...
27/10/2021
Ingeborg Bachmann erhält den Georg-Büchner-Preis

An Clemens J. Setz geht der Georg-Büchner-Preis in diesem Jahr, im Jahr 1964 war es Ingeborg Bachmann. In der Retro-Reihe der ARD Mediathek & Das Erste sind derzeit Dokumente über die "Stars der Literatur-Szene" der 50er und 60er Jahre versammelt: zu Ingeborg Bachmann aus dem Jahr 1964, über Heinrich Böll, Nelly Sachs, Ernst Bloch, Hermann Hesse und viele andere. Eine Fundgrube!

Die Rede der Preisträgerin bei der Preisverleihung in Frankfurt/Main wird phasenweise mit Bildern aus Berlin unterlegt. Es folgt ein Interview mit der Autorin und Lyrikerin und ein mit Bildern unterlegter Auszug aus einem ihrer Werke.

5 days to go! Aufenthaltsstipendien für junge deutschsprachige Autor·innen im LCB: Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober ...
26/10/2021

5 days to go! Aufenthaltsstipendien für junge deutschsprachige Autor·innen im LCB: Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober 2021 (Poststempel) möglich. https://lcb.de/foerderung/aufenthaltsstipendien-fuer-junge-deutschsprachige-autorinnen-und-autoren/ #doit #schreibenamsee #stipendium

5 days to go! Aufenthaltsstipendien für junge deutschsprachige Autor·innen im LCB: Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober 2021 (Poststempel) möglich. https://lcb.de/foerderung/aufenthaltsstipendien-fuer-junge-deutschsprachige-autorinnen-und-autoren/ #doit #schreibenamsee #stipendium

Tobias Lehmkuhl hat in der Süddeutsche Zeitung die zweite Jubiläumsausgabe unserer Hauszeitschrift »Sprache im technisch...
23/10/2021
"Sprache im technischen Zeitalter"

Tobias Lehmkuhl hat in der Süddeutsche Zeitung die zweite Jubiläumsausgabe unserer Hauszeitschrift »Sprache im technischen Zeitalter« besprochen und zum 60. Geburtstag gratuliert. Mehr Informationen zur Zeitschrift und die Inhaltsverzeichnisse finden Sie unter www.lcb.de/programm-uebersicht/zeitschrift/spritz-aktuelle-ausgabe. Die Jubiläumsveranstaltung kann in unserer Mediathek als Stream nachgeschaut werden: https://lcb.de/programm/60-jahre-sprache-im-technischen-zeitalter.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-im-technischen-zeitalter-lcb-walter-hoellerer-1.5445326

Die Zeitschrift des Literarischen Colloquiums Berlin wird 60.

So konzentriert und zugewandt war es am Mittwoch bei der Buchpremiere von Marie Ndiayes neuem Roman »Die Rache ist mein«...
23/10/2021

So konzentriert und zugewandt war es am Mittwoch bei der Buchpremiere von Marie Ndiayes neuem Roman »Die Rache ist mein«. Wir danken allen Beteiligten und dem Suhrkamp Verlag herzlich für diesen Abend, und Tobias Bohm für die wundervollen Bilder.

22/10/2021

Endlich wieder: ARTE und die Frankfurter Buchmesse

Mehr Infos unter arte.tv/buchmesse und arte.tv/wiewollenwirleben

Arte, Partner des Netzwerks der Literaturhäuser feiert die Welt der Bücher mit einem Schwerpunkt mit vielen Dokus und Filmen – unter anderem zu Amos Oz und Messegastland Kanada. Das große Messethema schwingt dabei immer mit: Wie wollen wir leben? Das Thema haben acht Persönlichkeiten aus Literatur, Kultur und Zivilgesellschaft an Bord eines Bootes auf dem Main diskutiert – darunter die Schriftsteller*innen Mithu Sanyal und Dmitry Glukhovsky – eine einstündige Doku gibt ab Samstag, 23. Oktober, 23.10 Uhr Einblicke in den Prozess und die Ergebnisse. Das Kulturmagazin „TWIST“ hat die diesjährige Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, Tsitsi Dangarembga getroffen und in Kanada den First-Nations-Autor Waubgeshig Rice besucht.

#netzwerkderliteraturhäuser #netzwerkderliteraturhauser

Wie Wollen wir leben? © ARTE

Samstag, 17 Uhr ist »weiter lesen« -Zeit! In dieser Woche: Ein Gespräch mit Ferdinand Schmalz von der Frankfurter Buchme...
22/10/2021
"Mein Lieblingstier heißt Winter": Todestrieb im Overdrive

Samstag, 17 Uhr ist »weiter lesen« -Zeit!

In dieser Woche: Ein Gespräch mit Ferdinand Schmalz von der Frankfurter Buchmesse. Mit Anne-Dore Krohn spricht er über seinen Debütroman »Mein Lieblingstier heißt Winter« (S. Fischer, 2021), der sich aus der gleichnamigen Erzählung weiterentwickelte, für die Schmalz 2017 mit dem Ingeborg-Bachmannpreis ausgezeichnet wurde.

Hanna Engelmeier rezensiert in der ZEIT:
»Milchtüten, eingefrorene Eizellen, gefrostete Himbeeren und Leichen in Stickstoff auf dem Weg ins ewige Leben sind auf ununterbrochene Kühlketten angewiesen, um ihren Zweck erfüllen zu können. Wenn man es sich genauer überlegt, hängt das Leben in Industriegesellschaften eigentlich ausschließlich von Tiefkühltruhen ab.
Das kann man bedrückend profan oder recht lustig finden. Witze darüber, dass man ja nun nicht gerade darüber nachdenken sollte, wie man mehr Kälte in die Gesellschaft in einem sich unerbittlich aufheizenden Klima bringt, sind jedenfalls schnell gemacht. In der Regel werden sie aber nicht so gut ausfallen wie der Roman Mein Lieblingstier heißt Winter des Österreichers Ferdinand Schmalz.«
Den ganzen, lesenswerten Artikel gibt es hier 👉 https://www.zeit.de/kultur/literatur/2021-09/mein-lieblingstier-heisst-winter-ferdinand-schmalz-roman-rezension-wien?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.mail.ref.zeitde.share.link.x

Noch mehr zum Roman dann morgen im Radio oder onDemand bei rbbKultur. Reinhören lohnt sich!

»weiter lesen: Ferdinand Schmalz« | MORGEN | 17.04 Uhr

Mehr Infos und Links zum Podcast: https://lcb.de/programm/weiter-lesen-ferdinand-schmalz/

Austria-Noir: In seinem Romandebüt schreibt Ferdinand Schmalz die österreichische Tradition der Sprachpulverisierung fort.

Adresse

Am Sandwerder 5
Berlin
14109

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S-Bahn nach Arkadien

Eine stattliche Auffahrt, imposantes Gebäude hinter riesigen Bäumen, repräsentatives Treppenhaus, knirschendes Parkett, Stuck, Türmchen und Arkaden, und dann der wunderschöne, „englische“ Ausblick hinab zum See – es gehört wohl zu den Pointen dieser Stadt, dass der Geist der Nachkriegsmoderne Anfang der sechziger Jahre im schmucken Ambiente einer abgewohnten Gründerzeitvilla heimisch wurde. Walter Höllerer hatte im kargen West-Berlin der frühen Mauerjahre die ansteckende Vision einer künstlerischen Produktionsstätte für Autoren, Theater- und Filmemacher entwickelt, ein Haus für Sprache und Literatur im technischen Zeitalter. Die Entdeckung eines leer stehenden Terrassenhotels in schönster Wannseelage unweit der S-Bahn erwies sich dabei als Glücksfall, denn als Gästehaus war es genauso geeignet wie für ein Autorentreffen oder das eine oder andere veranstalterische Experiment. Das „Literarische Colloquium Berlin“ (LCB), 1963 mit Fördergeldern der Ford Foundation gegründet und getragen vom Berliner Senat, wurde rasch zum Kristallisationspunkt internationaler Begegnungen und zur Bühne für die Diskussion mit dem Publikum. Tagungen der Gruppe 47, die San Francisco Poets, ein- und ausziehende Theatergruppen, Schriftsteller aus Ost und West füllten das Haus mit Leben, haben die Spuren gelegt zum Literaturbetrieb, wie wir ihn heute kennen.

Das Literarische Colloquium Berlin hat seine Rolle immer wieder neu finden und interpretieren müssen. Als Veranstaltungsforum und Gästehaus, Werkstatt und Talentschmiede für Autor*innen und Übersetzer*innen spielt es heute eine bedeutende Rolle. Mit seiner traditionsreichen Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“, seinen Internetprojekten und Förderprogrammen hat es die roten Fäden der Anfänge in die Gegenwart weitergesponnen. Das LCB ist ein Ort der lebendigen Auseinandersetzung mit Literatur, eine Institution mit internationaler Ausstrahlung.

Wenn das Literarische Colloquium heute zusammen mit der Gruppe 47 als Keimzelle des modernen deutschen Literaturbetriebs beschrieben wird, dann vor allem wegen seiner öffentlichen Veranstaltungen. Höllerers „Literatur im technischen Zeitalter“, jene Lesungs- und Diskussionsreihe mit Autoren wie Heimito von Doderer, Nathalie Sarraute, John Dos Passos und Ingeborg Bachmann traf den Nerv der Zeit und steht am Beginn einer Entwicklung, die die literarische Diskussion zum öffentlichen Ereignis machte. Auch heute kommen Autor*innen und ihre Leser*innen im LCB zueinander, reflektieren Kritiker*innen und Moderator*innen gelesene Texte, ist man dem Literarischen auf der Spur. Thematische Reihen, Neuerscheinungen, das „Studio LCB“ mit seiner weltweiten Reichweite, Lesungen im intimen Rahmen, aber auch festlich und bunt wie beim alljährlichen Sommerfest oder bei unserer Gartenmesse „Kleine Verlage am Großen Wannsee“ – öffentliche Veranstaltungen machen das Literarische Colloquium zur Bühne für das Gespräch über Literatur. Auf www.dichterlesen.net sind viele Veranstaltungen mittlerweile auch nachhörbar.

„Manchmal verließ ich spätabends mein Zimmer und ging in das verlassene Erdgeschoss hinunter. Beim Knarren des Holzbodens traten die bleichen Umrisse der Gestalten auf den Fotos aus den Wänden hervor. Ich machte kein Licht. So unauffällig wie möglich bahnte ich mir einen Weg durch den leeren Saal. Ich fand immer einen Stuhl am Fenster und lauschte den Geschichten, die mir die dichtgedrängten Geister der Schriftsteller, jeder seinen unendlichen Monolog vor sich hinbrummend, diese Nacht anzudrehen versuchten.“

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Bemerkungen

Con profonda costernazione piangiamo l’improvvisa scomparsa di Luigi Reitani (18/7/1959 – 31/10/2021 Berlino). Ma si porga, Colmo della luce oscura, A me il calice profumato, Per riposare.” [da "Andenken" di Friedrich Hölderlin, traduzione di Luigi Reitani, Mondadori, 2001] La Casa di Goethe, Roma, l’Accademia Tedesca Roma Villa Massimo e il Goethe-Institut Rom hanno avuto il privilegio di collaborare strettamente con lui solo pochi mesi fa, in occasione del forum sulla traduzione “Affinità Elettive 2021”, organizzato congiuntamente a Roma. Con il suo incomparabile sapere, la sua lunga esperienza, la sua toccante cordialità, Luigi Reitani è stato lo spiritus rector che ha guidato la nostra cooperazione, che auspicavamo potesse essere la prima gemma di una fruttuosa attività congiunta negli anni a ve**re. Sentiremo molto la sua mancanza. Desideriamo esprimere il nostro profondo cordoglio alla sua famiglia, agli amici e a tutti coloro che hanno avuto il privilegio di lavorare con lui. Casa di Goethe ‧ Deutsche Akademie Rom Villa Massimo ‧ Goethe-Institut Rom ------------- Es reiche aber, Des dunkeln Lichtes voll, Mir einer den duftenden Becher, Damit ich ruhen möge. [aus „Andenken“ von Friedrich Hölderlin] Mit großer Bestürzung über seinen plötzlichen Tod trauern wir um Luigi Reitani (18.7.1959 Foggia – 31.10.2021 Berlin). Die Casa di Goethe, die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo und das Goethe-Institut Rom waren Luigi Reitani durch die gemeinsame Planung und Durchführung des Übersetzertreffens „Affinità Elettive 2021“ in Rom in den letzten Monaten seines Lebens besonders eng verbunden. Mit seinem einzigartigen Wissen, seiner großen Erfahrung und seiner berührenden Herzlichkeit war er der Spiritus Rector unserer gemeinsamen kulturellen Arbeit, von der wir hofften, dass sie nur der Anfang sei für die kommenden Jahre. Wir vermissen Luigi Reitani voller Schmerzen und trauern um ihn mit seiner Familie, seinen Freunden und allen, die das Glück hatten, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Casa di Goethe ‧ Deutsche Akademie Rom Villa Massimo ‧ Goethe-Institut Rom Literarisches Colloquium Berlin #luigireitani
Den 100. Geburtstag der österreichischen Schriftstellerin Ilse Aichinger am 01. November würdigt unser Kulturforum mit zwei Veranstaltungen: In dem Dokumentarfilm „WO ICH WOHNE“, trifft Fiktion auf biographische Erinnerungen der großen Autorin. 🎬🍿 Die Ausstellung "Die Hochsee der Ilse Aichinger" im Literarisches Colloquium Berlin präsentiert Themen, Arbeitsweise sowie anhaltende Aktualität Aichingers. Mehr Informationen zu den zwei Veranstaltungen finden Sie hier 👇 https://bit.ly/3m6XJEt Foto © ORF Filmfonds Wien Wissensministerium
Veranstaltungstipp aus dem Österreichischen Kulturforum: Heute Abend um 19:30 Uhr können Sie gemeinsam mit den Autor*innen Elena Messner und Richard Schuberth im Literarisches Colloquium Berlin aus österreichischer Sichtweise auf die Wahlen in Deutschland zurückblicken 👇 https://lcb.de/programm/gegenueber-literarische-wahlnachlese/
Neuerscheinung im Verlag Ellert & Richter "Hamburger Liebe" von Marina Scheske * März 1945 - der siebzehnjährige Heinrich flieht vor der nahenden Roten Armee und der Einberufung zum Wehrdienst aus seiner Heimatstadt Schwedt an der Oder nach Schleswig-Holstein, kommt in britische Gefangenschaft und geht dann nach Hamburg. Im Frühjahr 1946 lernt er in einem Lokal auf der Reeperbahn die lebenslustige Regina kennen. Ihr Sommer der Liebe findet ein jähes Ende, als Heinrich zurück in die sowjetische Zone muss. Die Lebenswege der Liebenden zeigen die Unterschiedlichkeit der beiden deutschen Staaten: hier der reale Sozialismus, dort das Wirtschaftswunder - beides mit seinen menschlichen Verwerfungen und Sehnsüchten im Alltag. Jahre nach der Wende folgt er den Spuren der Vergangenheit und findet Regina wieder, seine Hamburger Liebe, die er nie vergessen konnte.
Just a quick note to all the Berlin-based translators out there: We're organizing a meetup on the 12th of July where every translator or interpreter can talk about her/his experience in the field. Don't hesitate to come along if you're in town.
Ein Spruch von SPD, [ Zeit für mehr Gerechtigkeit.] Steuerhinterziehung NRW, warum lässt SPD die Betriebsprüfung nicht machen? Gibt es in NRW zu viele SPD-Steuersünder? Was können die Bürger dagegen tun? In diesen Büchern gibt es jede Menge Beweise!
Lispelnde Philosophen, grimmige Giftzwerge, eine Sicherheitsbeauftragte mit lästigen Gorillas, stotternde Attentäter, Todesengel mit Berufsehre, bekiffte Punks in Jamaika, Emily & die sieben Sachen, Gott als Therapeut, Relativität für Einstein, weise Roboter, tyrannische Terroristen, punkiger Penner gegen Hamlet, vorbildliche Rabeneltern, Eintagsfliegen und Fische mit Sinn für Philosophie, Perlen vor die Säue, Intimes aus dem Sexualleben der Esel, hysterisch lachende Ehefrauen in Trauer, die Atombombe 'Little Boy', Freud als Säugling, Ediths Rache, Schmetterlinge mit Sinn für Chaos, Blind Date unter dem Mikroskop, Pi mit einer seltener Krankheit, Fallbeil mit Höhenangst, besoffene Briefmarken… Kurz und gut!
Für eBook Freund*innen:
Hallo zusammen, mein Name ist Jürgen Brand, ich bin in Magdeburg(DDR) geboren und aufgewachsen. Nachdem ich ab 1975 Anträge zur Reise in die BRD stellte, mich deswegen Stasi-Spitzel beschatteten, der Flucht verdächtigt war, wurde ich Anfang 1976 verhaftet und saß 4 Jahre im Gefängnis. Obwohl ich nur Frei sein wollte. Da ich dort die Zwangsarbeit verweigerte, saß ich 14 Monate im strengen Einzelarrest. Um junge Leute über diese schlimme Zeit mit Essensentzug, schlafen auf einen Blanken Holzbrett, Verhöre, kontakt, schreib und leseverbot, zu berichten, habe ich das 2-teilige Buch „Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers“ geschrieben und beim epubli-Verlag veröffentlicht. Mit dieser Geschichte stand ich hier in NRW in 5 Tageszeitungen, wie es in der Homepage zu sehen ist. Mehr dazu hier in der Homepage > http://rurufi.ibk.me Freundliche Grüße Jürgen Brand Diese Mail bekam ich vor kurzem!! Sehr geehrter Herr Brand, für Ihre E-Mail an Herrn Staatsminister Prof. Dr. Piazolo vom 24. Juli, in der Sie über Ihre neue Publikation „Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers“ informieren, danke ich Ihnen herzlich. Herr Staatsminister hat mich als Mitarbeiter des für das Fach Geschichte und für Fragen der Politischen Bildung zuständigen Referats im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gebeten, Ihnen zu antworten. 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung ist es auch dem bayerischen Kultusministerium ein Anliegen von hoher Priorität, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht eingehend mit der DDR als einem kommunistischen Regime auseinandersetzen. So sieht der neue bayerische LehrplanPLUS für die Jahrgangsstufe 9 an Mittelschulen bzw. die Jahrgangsstufe 10 an Realschulen und Gymnasien eine intensive Beschäftigung mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen in der SED-Diktatur vor, jeweils im Vergleich zur freiheitlich-demokratischen Ordnung der Bundesrepublik und bis hin zur Wiedervereinigung. An Realschulen und Gymnasien gehören der 17. Juni 1953, der 9. November 1989, der 3. Oktober 1990 sowie Staatssicherheit, Mauerbau und Planwirtschaft zu den sog. Grundlegenden Daten und Begriffen, auf die die Schülerinnen und Schüler über alle Jahrgangsstufen hinweg und im Sinne des nachhaltigen Lernens auch dauerhaft zurückgreifen können sollen. Die reflektierte Erinnerungskultur wird auch im Rahmen der schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele in Bayern gefördert. So empfiehlt das verbindliche „Gesamtkonzept für die Politische Bildung an bayerischen Schulen“ den Lehrkräften aller Schularten und Fächer z. B. das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth, das aktuell mit erheblicher Unterstützung des Freistaats Bayern erheblich erweitert wird, sowie Erinnerungsorte zur DDR-Geschichte in Berlin (u. a. Hohenschönhausen, Normannenstraße, Bernauer Straße, Tränenpalast) als wichtige außerschulische Lernorte der historisch-politischen Bildung. Neben außerschulischen Lernorten spielen beim Erwerb von konkretem und lebensnahen Wissen über die SED-Diktatur vor allem auch Berichte von Zeitzeugen und Opfern des DDR-Unrechts eine wichtige Rolle. Um bayerische Lehrkräfte bei der Kontaktaufnahme zu einzelnen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu unterstützen, empfiehlt die vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) betriebene Webseite für Geschichtslehrkräfte u. a. das „Zeitzeugenbüro“, die „Zeitzeugenbörse“ und das „Zeitzeugenportal“ (vgl. https://www.historisches-forum.bayern.de/historisch-politische-themen/zeitzeugen-im-unterricht/). Falls Sie nicht eh schon in Kontakt mit einem dieser Portale stehen, könnten diese Online-Plattformen unter Umständen Möglichkeiten bieten, wie Sie Ihre eindrücklichen persönlichen Haft- und Verfolgungserfahrungen über Ihre Buchprojekte hinaus an die jüngere Generation weitergeben könnten. Für Ihr großes Engagement für das kritische Geschichtsbewusstsein und die Politische Bildung danke ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen für Ihre Arbeit als Zeitzeuge und Autor weiterhin viel Erfolg! Mit freundlichen Grüßen Dr. Bastian Hein Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus Referate V.4 und I.9 Salvatorstr. 2 80333 München Die Zeilen sind für Jugendliche, die wenig über die DDR-Geschichte erfahren geeignet. Im Keller des Gefangenenlagers in Thale/Harz Mein Mitgefangener Kamerad Bernstein sagte im Juni 1979 zu mir, Jürgen wir werden uns ab sofort nicht mehr mit Strafgefangene melden. Ich sage zum Beispiel bei der Meldung -Herr Polizeimeister, der Bundesbürger Bernstein ist anwesend. Ich war mehr als verwundert aber einverstanden, über die Provokation. Wir werden uns als Bundesbürger melden, obwohl wir wissen, dass für die DDR die BRD ein Kapitalistischer Staat ist?. Es kann nichts passieren Jürgen, sagte mir Bernstein. Die DDR ist nicht voll anerkannt vom Westen . Darum sind wir als deutsche alles Bundesbürger. Und außerdem werden wir demnächst für vom Westen freigekauft. Dann werden wir eine Haftentschädigung erhalten. Echt? fragte ich, woher willst du das wissen? Wir bringen hier keinen Nutzen, deswegen schieben die uns ab. Dein Wunsch in Gottes Ohr, erwiderte ich ihm. Ich musste über die Aktion Bundesbürger nachdenken und war sehr aufgeregt, musste gleich aufs Klo deswegen. Im Keller der Absonderung im Gefangenenlager Thale gab es einen großen Raum mit 4 Doppelstockbetten. Aber die Matratzen und das Bettzeug war Tagsüber draußen gelagert. Man wollte es uns nicht zu gut gehen lassen. Ich, der Kamerad Steinke und Bernstein waren die Letzen 3, von ehemals 8 Erziehungsunwillige und Verweigerer. Die anderen hatte man nach und nach in andere Gefängnisse verlegt. Oder sie waren Abgeschoben wurden. Wir wussten nichts Näheres. 4 Monate hatte ich in Thale im strengen Arrest auf Einzelzelle gesessen. Steinke hatte 5 Monate Arrest hinter sich. Bernstein war später erst nach Thale gekommen und hatte 2 Monate Arrest abgebrummt. Im Arrest hatte ich Hungerstreik gemacht, auch weil mir nichts zum Schreiben für eine Beschwerde gegeben wurde. Bei Hungerstreik mussten die Beamten ihre höheren Offiziere darüber unterrichten. Einem Major, der nicht in Thale stationiert war, sagte ich ''Da sie Leute einsperren und nicht Fair behandeln, ist es auch kein Wunder, warum sie nicht die Menschenrechtskommission "Amnesty International" ins Gefängnis lassen". Sie verstoßen selbst gegen ihre eigene Verfassung, wonach jeder DDR-Bürger die freie Wahl seines Wohnsitzes hat. Und zur gleichen Zeit behauptet man, dass ein Ausreiseantrag Rechtswidrig sei. Zeigen sie mir doch ein Schriftstück, wo dieses drin steht? Im Strafgesetzbuch steht jedenfalls nicht, das man wegen einen Antrag zur Übersiedlung in die BRD, mit Gefängnis bestraft wird. Der war vielleicht geplättet, als er die Worte von mir, gesagt bekam. So ein Offizier war ansonsten nur Gehorsamkeit, vor ihm strammstehen und Respekt gewöhnt. Ich lese mal ihre Akte hatte der mir gesagt. Schreiben durfte ich dann aber. Uns Widerständler hatte man in einen Kellerraum gesperrt, weil sie alle Arrestzellen Renovieren wollten. Wir ahnten aber, dass zu uns einige „IM“ als Spitzel geschickt werden. Wenn ein Gefangener gegen die Hausordnung verstieß, bekam der 3 oder 7 Tage Arrest. Diese Strafe musste er dann bei uns im Keller verbüßen, weil ja die Einzelzellen grade gestrichen usw. wurden. Wir passten nun auf was wir sagten, wenn diese Arrestanten bei uns im Kellerraum anwesend waren. Angeblich war fast jeder "Ausreiseantragsteller". Zwei der zu uns gekommenen Inhaftierten wussten nicht einmal, bei welchem Amt sie draußen ihren Antrag abgegeben haben. Kamerad Steinke verschwand leider im Juni 1979 . Wir hofften , dass er zu seinen Verwandten in den Westen durfte. Mein Mitgefangener, der Kamerad Bernstein, war 2 Jahre älter als ich. Leider habe ich jetzt seinen Vornamen vergessen. Er war Klug und Pfiffig, hatte Abitur mit 1,3 gemacht und während der Schulzeit sogar eine einjährige Ausbildung zum Elektrotechniker abgeschlossen. Dafür waren eigentlich 2 Lehrjahre erforderlich. Er wollte Studieren und hatte sich für Medizin entschieden. Auf Grund seiner nicht korrekten politischen Einstellung zum DDR-Staat, wurde dieses Studium abgelehnt. Auch das für Mathe oder Chemie, sowie einige Möglichkeiten zum Ingenieur, lehnte der Staat ab. Als einziges hatte man ihm ein Studium als Agraringenieur für Landschaft und Schweinezucht angeboten. Praktisch als qualifizierter Bauer und Schweinezüchter auf einer LPG. Die wollten ihn in den Kuhstall abschieben. Das ging ihm wohl zu weit mit der Bevormundung. Da ist er, seiner Erzählung nach, zu laut geworden oder ausgerastet. Und nun saß er wegen „Staatsverleumdung“ in Thale mit 1 Jahr Haft. Zum Essen bekamen wir die „Nichtarbeiterverpflegung“. Das war morgens und abends je 3 Scheiben Brot mit Marmelade oder ganz dünne Wurst drauf. Das Mittagessen ohne Fleisch und Kompott. Also Bsp. Kartoffeln mit Soße. Oder Suppe, ohne Fleisch. Im Gegensatz zum Arrest, war das Essen für uns aber mehr. Denn im Arrest gab es nur alle 3 Tage Mittagessen, womit man glaubte uns erziehen und bestrafen zu müssen. Wir sagten uns aber, wenn wir unser Ziel erreicht haben, können wir genug und besseres im Westen essen. Wir werden bestimmt Rehabilitiert, also Frei gesprochen und bekommen Entschädigung für unser Leiden, sagte mir Kamerad Bernstein . Woher weißt du das? In Leipzig habe ich mich öfters bei Leuten informiert und die mehr wussten. Das glaubte ich ihm aber trotzdem nicht. Warum sollte die BRD für jeden von uns kleinen Lichtern 30 000 - 100 000 D-Mark als Freikauf zahlen ? Und dann anschließend auch noch Entschädigen? Na, das glaube ich Dir auf keinem Fall! Klar Jürgen, sagte Kamerad mir Bernstein, wir sind politische Gefangene, wir sitzen unschuldig. Du kriegst das Vierfache wie ich. Bei 10 DM täglich kommt allerhand Geld zusammen. Jeden Tag den wir hier im Keller Vegetieren, kriegen wir bezahlt. Selbst wenn nicht, Hauptsache wir sind frei. Nach solcher Aufmunterung und Information, stieg meine Laune und der Optimismus bei mir wieder. Wenn ich damals schon gewusst hätte, das die „Stasi“ der (DDR-Geheimdienst) manchmal auch Regierungsgegner umbringt und dieses dann als Unfall tarnt, wer weiß ob ich dann weiterhin Wiederstand geleistet hätte. Als ein Polizist(die Wärter gehörter zur Volkspolizei und hatten Blau-graue Uniformen an) die Zelle öffnete, probierte Bernstein sein Vorhaben aus. Er sagte: Herr Wachtmeister, aus der Buchenwaldgedächtniszelle melden sich 2 Bundesbürger. Alleine schon, weil er den Beamten mit Absicht als Wachtmeister und nicht als Oberwachtmeister ansprach, empfand der als Provokation. Später ärgerte ich mich darüber, dass Bernstein „Buchenwaldgedächtniszelle“ gesagt hatte. Wenn die das nun als Hetze auslegen, kriegten wir extra Hafttrafen. Ein Glück, das Bernstein das einsah und außer "Bundesbürger" ,wollten wir die zusätzlichen Bezeichnungen weglassen. Bei nächster Gelegenheit beim Strafvollzugsabteilungsleiter, einem Oberleutnant, probierte ich es aus. Als ich ins Dienstzimmer eintrat, sagte ich: der Bundesbürger Brand sollte mal herkommen.(Richtig wäre gewesen; stramm zu stehen und zu sagen - Herr Oberleutnant der Strafgefangene Brand meldet sich zur Stelle) Was sind sie? Ich sagte, „Bundesbürger“. Fast ist der aus seinem Anzug (Uniform)gesprungen. Der vergaß sogar den Grund, warum ich zu ihm kommen sollte. Als ich dem sagte, dass die DDR-Staatsbürgerschaft nicht mal vom Westen anerkannt ist und ich deswegen automatisch Bundesbürger bin, schmiss der mich aus seinem Dienstzimmer. Ein kleiner Triumph für mich, ich wollte ja mehr auffallen und dadurch Pluspunkte zu sammeln. Ich nahm mir vor, jedes Mal wenn mich ein „Schließer“ ansprach oder ich zum Gespräch muss, mich als „Bundesbürger Brand“ vorzustellen. Aber es war sehr schwer, dadurch noch mehr Bestrafungen und Benachteiligungen auszuhalten. Zu Weihnachten 1978, hatte ich mich das letzte Mal satt essen können, als es im Zugangsbereich Hähnchen(Broiler) und Schnitzel über die Feiertage gab. Auch Bananen und Apfelsinen. Das hatte dann wohl ein Betrieb geliefert gehabt, wofür die Gefangenen arbeiteten. Dass war nun schon 6 Monate her. Aber zu sehr musste ich auch nicht Meckern, denn würde ich ab sofort dem Lager-Chef sagen, ich mache das was von mir verlangt wird, dann ginge es mir Verpflegungsmäßig allemal viel besser. Ich hatte damals noch 20 Monate Haft vor mir und wusste nicht wie lange es noch dauern würde, mein Ziel zu erreichen. Das es alles noch „schlimmer“ wird und ich am Ende 30 Monate Einzelhaft und Arrest aushalten musste, wusste ich da noch nicht. Ich hoffte immer auf einen Bus, der mich bzw. uns zur Grenze fährt oder das wir nach Cottbus in Abschiebehaft kommen. Genauso wusste ich nicht, das Laut meiner später gefundenen Stasi-Akte, bereits 1978 von der Abteilung Inneres, die Ausreise genehmigt war. Und im Keller in Thale, war es bereits Juni 1979!! Das solche Mittäter und andere SED-Genossen ,die mehr oder weniger für Zwangsadoptionen, Schießbefehl, Gefangenmisshandlung, Freiheitsberaubung, Wahlfälschung, Verhaftung Unschuldiger Bürger und Bespitzlung verantwortlich waren , sitzen sogar bei der heutigen Polizei, im Bürgerbüros, im Bundestag oder sind als Bürgermeister tätig. Und was machen viele ehemalige DDR-Bürger? Sie haben nichts dazugelernt und Wählen die Linken(Ex-SED). Die Entschädigungsrenten(Stasi-Opfer, Gesundheitsschaden) trösten mich ein wenig für die Leiden. Die Schuldigen werden hoffentlich in der Hölle schmoren. Hoffte ich jedenfalls. Um alles besser zu verarbeiten und vor einem neuen Sozialismus durch die Linken zu warnen, schrieb ich meine Erlebnisse im 2 teiligem Buch „Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers“ nieder. BitteTeilen!! 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